Das Eigenheim im Internet – saarbruecker-zeitung.de

Saarbrücken. Eine individuelle E-Mail-Adresse wirkt nicht nur professionell. Sie ist meist auch günstiger als gedacht. David Seel

Eine Internet-Adresse hat heute fast jeder. Aber eine Adresse, die auf den Namen einer eigenen Domain verweist, besitzen nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens Convios Consulting bisher nur zwei Prozent der Nutzer in Deutschland. Dabei ist die Einrichtung einer solchen Email, die zum Beispiel max@mustermann.de lauten kann, relativ einfach möglich und schon zu Preisen von weniger als einem Euro pro Monat zu haben. Damit ist die eigene Mailadresse zu einer Alternative geworden, die nicht nur für Unternehmen oder Freiberufler interessant ist.

Um eine eigene Mailadresse zu erhalten muss der Interessent zunächst eine sogenannte Domain aussuchen. Das ist eine eigene Anschrift im Internet, unter der E-Mails verschickt und empfangen oder auch eigene Webseiten erstellt werden können. Bei E-Mails steht der gewählte Domainname hinter dem @-Zeichen, bei Webseiten normalerweise zwischen www. und .de. Diese Domain ist weltweit einzigartig und rechtlich geschützt, sie kann also von keinem Anderen verwendet werden. Das bedeutet dann allerdings auch: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – ist der gewünschte Name bereits vergeben, müssen Nutzer auf Alternativen umsatteln.

Außerdem dürften keine urheberrechtlich geschützten Namen verwendet werden, sonst müssten Nutzer im Zweifelsfall mit Abmahnungen, Unterlassungsklagen und Vertragsstrafen rechnen, sagt Christoph Sorge, Professor für Rechtsinformatik an der Universität des Saarlandes. “Wer darauf nicht reagiert, muss unter Umständen sogar mit einem Gerichtsverfahren rechnen.”

Ein weiterer wichtiger Punkt seien Umlaute und das scharfe s. Diese Zeichen würden zwar mittlerweile für Webseiten unterstützt, bei E-Mails könnten aber noch immer Probleme auftreten, sagt Stephan Kockmann vom Fachportal business-on.de. “Kundenfreundlich und verlässlich sind die Umlaut-Adressen derzeit in vielen Fällen nicht”, so der IT-Experte. Besonders wer mit Gesprächspartnern im Ausland kommuniziert, sollte auf Umlaute verzichten, da diese lediglich auf Tastaturen vorhanden sind, die im deutschsprachigen Raum verwendet werden.

Ist der passende Name gefunden, steht eine weitere Entscheidung an: Die Wahl des Angebots und damit des sogenannten Webhosters, also eines Unternehmens, das im Kundenauftrag Registrierungen von Domains durchführt und Server zur Verfügung stellt. Nutzer müssen sich dafür vorher überlegen, was sie mit ihrer Domain genau machen wollen, denn die Preise und angebotenen Dienstleistungen unterscheiden sich nach Angaben des Portals eigene-email.de teilweise erheblich.

Die günstigste Variante ist die reine E-Mail-Weiterleitung. Nutzer können dann lediglich eine eigene Domain erstellen und eingehende E-Mails auf ein bereits bestehendes Postfach weiterleiten, das sie bereits bei einem beliebigen Anbieter besitzen. Von der Domain-Adresse aus können dann allerdings keine Mails verschickt werden. Wem das ausreiche, der könne getrost auf ein solches Angebot setzen, heißt es auf eigene-email.de.

Wer hingegen ein Postfach sein Eigen nennen oder selbst Mails unter dem Domain-Namen verschicken möchte, muss sich an einen Anbieter wenden, der Speicherplatz im Internet, sogenannten Webspace, anbietet. Bei diesen Angeboten gibt es für Nutzer immer auch ein oder mehrere Postfächer für E-Mails dazu.

Egal, welcher Tarif und welcher Anbieter: Solange er dafür bezahlt, hat der Nutzer laut Christoph Sorge ein Leben lang ein Anrecht auf die eigene Domain. Das gilt auch, wenn ein Webhoster bankrott geht oder der Dienstleister gewechselt wird. Die meisten Anbieter verlangen zwar eine Gebühr für den Umzug zu einem anderen Hoster, komplett verbieten dürfen sie das aber nicht.

Wer sich einen eigenen Internet-Auftritt leistet, muss sich jedoch auch ums Thema Datenschutz und Datensicherheit Gedanken machen. So warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) davor, dass eigene Domains häufig Angriffspunkte für Cyber-Kriminelle darstellen. Diese suchen beispielsweise nach eventuellen Schwachstellen im Netzwerk des Webhosters. Dann seien unter Umständen sämtliche vom Webhoster verwaltete Domains in Gefahr. Im schlimmsten Fall könne ein Angreifer Schadsoftware über die Domain verbreiten oder sie an einen anderen Webhoster übertragen, so das BSI.

Nutzer müssen daher laut BSI auf jeden Fall ein starkes Passwort verwenden und bei der Auswahl des Webhosters einige Punkte beachten. Dieser sollte beispielsweise eine sogenannte Zwei-Faktoren-Authentifizierung (2FA) anbieten. Das bedeutet, dass, beispielsweise bei einem Verlust der Zugangsdaten, diese nicht nur an eine hinterlegte E-Mail-Adresse gesendet werden dürfen. Stattdessen muss der Anbieter den Nutzer auf eine unabhängige Art kontaktieren, beispielsweise per Anruf oder SMS. Das ist vergleichbar mit dem TAN-Verfahren beim Online-Banking.

Außerdem müssten Kunden einen Blick in die Datenschutzerklärung des Anbieters werfen, so das BSI. Dort sollten die Webhoster “darauf hinweisen, wie sie mit personenbezogenen Daten umgehen, welche Daten für welchen Zweck erhoben werden und wie lange diese nach Ablauf einer Kundenbeziehung weiterhin zur Verfügung gehalten werden”. Generell empfiehlt das BSI Webhoster mit Serverstandort in Europa, da hier die Europäische Datenschutzverordnung gelte.

Zum Thema:

Der Weg zur eigenen E-Mail-Adresse Wer sich eine individuelle E-Mail-Adresse zulegen möchte, muss einige Dinge beachten: So dürfen beispielsweise keine urheberrechtlich geschützten Namen verwendet werden. Auch Umlaute könnten Probleme verursachen. Hat sich der Nutzer für einen Namen entschieden, sollte er verschiedene Domain-Anbieter miteinander vergleichen. Dies ist auf folgenden Webseiten möglich: eigene-email.de/anbieter.php, emailtester.de/eigene-email- adresse.php, mailvergleich.de

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